Einsamkeit

Die Anzahl der Singlehaushalte in Deutschland liegt in einer zweistelligen Millionenhöhe. Kein Wunder könnte man meinen, dass Einsamkeit ein weitverbreitetes Empfinden ist.

Die überwiegende Anzahl bekennender Singles fühlt sich nach eigenen Angaben jedoch gar nicht einsam, sondern bestätigen ein großes Verbundenheitsgefühl mit Freunden und Familie.

 

Was lässt dann also dieses schwere Gefühl in uns entstehen?

 

Einsamkeit ist die Wahrnehmung mangelnder emotionaler Bindungen. Wenn wir uns von anderen emotional verstanden fühlen, spüren, dass sie unsere Sorgen, Ängste, aber auch unsere Freude mit uns gemeinsam fühlen, hat Einsamkeit keinen Platz. Damit eine solche emotionale Verbindung entstehen kann, braucht es oft ein wenig Zeit und die Gelegenheit sich auszutauschen.

Daher fühlen wir uns im Alter oft einsam. Der Lebenspartner und langjährige Freunde sind vielleicht schon verstorben, die Kinder weit weg. Die Menschen, zu denen einst eine emotionale Verbindung bestand, gibt es nicht mehr und neue Verbindungen aufzubauen wird mit zunehmendem Alter nicht immer einfacher. 

Aber Einsamkeit ist kein Thema des Alters. Auch Menschen in Partnerschaften klagen oft über das Gefühl der Einsamkeit. Die frühere emotionale Verbundenheit ist im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben, die "Leitung" zwischen der eigenen Seele und der des Anderen ist verstopft.

 

Der Einsamkeit folgen oft weitere belastende Gefühle wie z. B.:

Versagensangst mit der Sorge, das Leben allein nicht meistern zu können,

Selbstvorwürfe mit dem Schuldempfinden, für diese Situation allein verantwortlich zu sein oder

Selbstzweifel mit der Angst, diesen Zustand nicht ändern zu können.

 

Wer sich nachhaltig einsam fühlt, zieht sich oft noch weiter aus sozialen Kontakten zurück und verstärkt damit dieses schmerzende Gefühl.

 

So individuell, wie die jeweilige Situation ist, so individuell ist auch für jeden der Weg aus der Einsamkeit, den es zu gestalten gilt, um sich wieder geborgen und verbunden zu fühlen.